4 Notfälle in den eigenen vier Wänden und was Sie tun können

Es ist schnell passiert. Bereits ein undichtes Abflussrohr oder ein Schaden an der Waschmaschine kann dazu führen, dass Teile der Wohnung oder ein Keller unter Wasser gesetzt sind …

Tatsächlich kann bereits ein kleines Leck für großen Ärger sorgen. Zumal die meisten Rohre verputzt sind, so dass viele Schäden zu spät, häufig erst dann, wenn Schimmel auftritt, entdeckt werden:

Wasserschäden: Nicht nur der Winter wird zur Gefahr

Laut Auskunft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (http://www.gdv.de/2017/01/so-vermeiden-sie-leitungswasserschaeden-bei-frost/) sind vor allem überalterte Leitungssysteme gefährdet. Doch auch der Frost kann Probleme verursachen. Im Winter sollten daher Leitungen im Außenbereich geleert sowie das Rohrssystem auf mögliche Einfrierungen hin kontrolliert werden. Das wirksamste Frostschutzmittel indes ist Wärme, erklären die Versicherer und mahnen dazu, auch selten genutzte Wohnräume entsprechend zu heizen.

CosmosDirekt geht von täglich (!) 3.000 Wasserschäden allein in Deutschland aus und sieht auch in Schäden durch Grundwasser oder geplatzten Aquarienscheiben eine latente Gefahr. Leckt eine Sprinkleranlage oder die Heizung kann eine Mietminderung in Betracht kommen. Im Umkehrschluss kann ein Mieter für Schäden, die durch sein Aquarium oder Wasserbett entstehen, haftbar gemacht werden. Die juristische Sachlage kann damit heikel sein, übrigens auch dann, wenn Versicherer mit im Spiel sind. Unter anderem kommt es zu Problemen, wenn ein Haus leer steht und / oder Fahrlässigkeit unterstellt wird. Die kann dann gegeben sein, wenn eine Waschmaschine läuft, während die Bewohner außer Haus sind.  Auf jeden Fall gilt es, im Fall der Fälle schnell und effektiv zu handeln. Dazu gehört natürlich, dass die Wasserzufuhr und vor allem auch die Stromversorgung in den betreffenden Räumlichkeiten gekappt wird. Erst danach wird der Schaden dokumentiert und können Möbel und Sessel, ehe die Sockel aufquellen, in andere Wohnungsbereiche verbracht bzw. höher gesetzt werden.

Hilfreich kann beispielsweise der Abschluss eines Schutzbriefes gegen Wasserschaden sein. Wie bei jeder Versicherung sollten Sie aber auch hier zunächst abwägen, wie hoch Ihr Risiko ist und ob sich die Kosten für Sie rechnen werden.0404

Brände und Explosionen: Nicht so selten wie Sie vielleicht denken

Die deutschen Versicherer registrieren aber auch Brände und Explosionen als wachsende Gefahr. Zumal heute viele akkubetriebene Geräte auf dem Markt sind. Doch auch ein Föhn könne kaputt gehen und dann zu einem Brand führen. Dabei sieht das Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung nicht allein den eigentlichen Brandort betroffen. Denn auch die Brandfolgeschäden, etwa durch Löschwasser, können enorm sein.

Die Ursachen für Brände sind vielfältig: Mal ist es Materialermüdung oder technisches Versagen. Zudem spielen, gerade zur Weihnachts- und Adventszeit, aber auch Leichtsinn und Übermut eine entscheidende Rolle. Versicherer wie „die Bayerische“ raten daher dringend dazu, Elektroinstallationen regelmäßig von einem Fachmann überprüfen und ggf. warten zu lassen. Zudem sollten Elektrogeräte oder Weihnachtsbäume niemals in der Nähe von leicht entflammbaren Materialien wie Vorhängen aufgestellt werden.

Bei Elektrogeräten muss zudem eine ausreichende Belüftung sichergestellt sein. Auch sollten keine Mehrfachstecker benutzt werden. Wer diese Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, hat bereits viel in Sachen Brandprophylaxe getan. Kommt es dennoch zum Worst Case, rät die Freiwillige Feuerwehr Ingelheim dazu (http://feuerwehr-ingelheim.de/notfalltipps/verhalten-im-brandfall/), Aufzüge zu meiden.

Dennoch gilt Flucht als oberste Devise; die Flammen sollten also nur dann und nur so lange bekämpft werden, wie dies wirklich Sinn macht. Tatsächlich kann nämlich sogar ein brennender Adventskranz schnell außer Kontrolle geraten. Spätestens dann, wenn die Tischdecke oder Gardinen brennen, ist es mit einem Eimer Wasser nicht mehr getan.

Werden Einsatzkräfte alarmiert, müssen die natürlich mit den notwendigen Informationen versorgt werden. Dazu gehören Adresse und Art des Notfalls, aber auch die Angabe, ob und wenn ja wie viele Personen bereits verletzt sind. Ist der Fluchtweg versperrt, sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben. Denn Zugluft könnte die Gut noch weiter anfachen. Falls möglich, werden Türritzen und ähnliche Eintrittspforten für den Qualm mit feuchten Handtüchern abgedichtet, bis die Retter vor Ort sind.

Außgesperrt: Von Schlüsseldiensten und Abzockern

Doch was ist zu tun, wenn man(n), bzw. Frau, sich ausgesperrt hat? Kann auch dann die Feuerwehr alarmiert werden? Nun, prinzipiell dürfen Wehren eine Wohnung allein zur Brandbekämpfung bzw. Gefahrenabwehr betreten. In diesem Fall wird dann auch der Einsatz der Rettungskräfte von der jeweiligen Gemeinde getragen. Wurde dabei eine Tür irrtümlich aufgebrochen, etwa im Zuge eines Fehlalarms, kann der Betroffene sogar Anspruch auf Entschädigung geltend machen. Im Umkehrschluss darf jedoch niemand auf eine kostenlose Lösung durch die Wehr hoffen, nur weil er sich mal eben ausgesperrt hat. Derartige Leistungen (Türen öffnen, Fenster schließen, Keller auspumpen etc.), bei denen keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben droht, ziehen in aller Regel eine Rechnung nach sich, die es in sich hat. Ein Schlüsseldienst wird damit zur Lösung, die eine Überlegung wert ist.

Um eine mögliche Abzocke zu vermeiden, gilt es auch hier die Preise zu vergleichen. Zudem müssen sämtliche Nebenkosten wie Anfahrt und etwaige Zuschläge fürs Wochenende bereits im Vorfeld geklärt werden. Wer es hier zu eilig hat, muss womöglich mit einem überteuerten Preis rechnen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät (http://www.verbraucherzentrale.nrw/weltverbrauchertag-2014–teure-retter-in-der-not-verbraucherzentrale-nrw–landeskriminalamt-nrw-und-kreispolizeibehoerden-des-landes-nrw-warnen-vor-unserioesen-schluesseldiensten) in diesem Zusammenhang dazu, bevorzugt auf ortsansässige Firmen zu setzen, nach der genauen Anschrift zu fragen und am besten zugleich einen Festpreis zu vereinbaren. Gerade wenn dies nicht der Fall ist, sollte jede Rechnung sorgfältig auf die einzelnen Positionen hin überprüft werden. Eventuell beanstandete Nötigungen durch einen Schlüsseldienst (leider keine Seltenheit) können übrigens durchaus bei der Polizei angezeigt werden.

Wer einen Ersatzschlüssel bei guten Freunden, vertrauenswürdigen Nachbarn oder Verwandten hinterlegt, kann sich derartigen Ärger und hohe Kosten bereits im Vorfeld ersparen.

Unfälle im Haushalt: Eine häufige Todesursache

Das gilt auch für andere Unfälle und Gefahren im Haushalt. Denn hier passieren nach wie vor die meisten Unfälle. Deutlich mehr als beim Sport oder im Verkehr. Damit es beim Frühjahrsputz nicht zu schmerzhaften Zwischenfällen kommt, sollten daher Stolperfallen wie Kabel, Putzeimer oder der Werkzeugkasten, der eigentlich gar nicht mehr gebraucht wird, rechtzeitig entfernt und damit die Gefahrenquelle entschärft werden.

Auch sicheres Schuhwerk ist sehr zu empfehlen. Weder Pantoffel noch Flip Flops oder High Heels geben auf einer Leiter eine gute Figur ab. Tatsächlich kann passendes und sicheres Schuhwerk Leben retten.

Denn jedes Jahr sterben bis zu 10.000 Menschen bei Unfällen im Haushalt. Gerade beim Fensterputzen und Staubsaugen lauert damit eine von vielen unterschätzte Gefahr.

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