Hausbau für Senioren – auf diese Aspekte sollten Sie achten

Wer schon mal die Makler Doku Soap „mieten, kaufen, wohnen“ auf VOX geschaut hat, der weiß, dass barrierefreie Wohnräume voll im Trend liegen. Denn viele wollen bereits dann, wenn sie noch fit sind, für den eigenen Ruhestand vorsorgen.

Auch als Geldanlage sinnvoll?

Tatsächlich kann die Zeit, ist der Fall der Fälle erst einmal eingetreten, für einen Umbau knapp werden. Rechtzeitig umzubauen kann damit eine lohnende Idee sein. Das übrigens auch aus finanzieller Sicht, da schwellenfreie Immobilien, aber auch Seniorenwohnungen, die Arzt, Apotheke und Pflegedienst gleich im Haus haben, durchaus begehrt sind.

Damit kann selbst ein Investment in eine barrierefreie Seniorenwohnanlage guten Sinn machen. Schließlich dürfte die Zahl pflege- und hilfsbedürftiger Menschen bis zum Jahr 2030 auf 3,4 Millionen Betroffene ansteigen (https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Pflege/Pflege.html).

Was bedeutet „barrierefrei“?

Übrigens lassen sich barrierefreie sowie Erdgeschosswohnungen in den meisten Immobilien-Portalen über eigene Suchfilter aufspüren. Dabei gilt der Begriff nicht allein für private Wohnungen. Denn auch Verkehrsmittel und öffentliche Einrichtungen können bzw. sollten schwellenfrei und damit auch für Menschen mit Handicap gut erreichbar sein. Ein Anliegen, das zum Glück auch die Politik, unter anderem im Behindertengleichstellungsgesetz, für sich entdeckt hat; ebenso sehen die Landesbauordnungen entsprechende Richtlinien vor.

Barrierefreies Wohnen steht dabei keinesfalls in irgendeinem Kontrast zu stilvollem Wohnen oder gar dem Thema der Nachhaltigkeit – ganz im Gegenteil sogar (https://www.die-besten-einfamilienhaeuser.de/umweltbewusst-bauen/).

Dürfen auch Mietwohnungen umgebaut werden?

Dennoch benötigen zum Beispiel Behinderte, die ihre Mietwohnung umbauen möchten, die Zustimmung des Hausbesitzers. Hier gab es gerade früher häufig Zwist, da Wohnungseigentümer natürlich auch die spätere Wiedervermietbarkeit im Blick haben. Ein Grund, warum bodengleiche Duschen und andere Hilfsmittel vielen Hauseigentümern früher eher suspekt waren. Noch vor einigen Jahren wurde daher häufig ein Rückbau bei Auszug vereinbart, während ebenerdige Duschen heute sehr modern und damit auch bei den Immobilienbesitzen durchaus begehrt sind. Insofern darf man unterstellen, dass ein nachträglicher Umbau auch in einer Mietwohnung in aller Regel kaum das Potential für einen Zwist birgt.

Tatsächlich wirken Bäder mit ebenerdigen Duschen oftmals großzügiger. Zudem lässt sich so leichter putzen, so dass gerade durchgängig geflieste Bäder mit Ablauf, die ganz auf eine Duschwanne verzichten, auch aus hygienischen Gründen ein Gewinn sind. Dennoch muss natürlich im Vorfeld der Vermieter kontaktiert werden. Voraussetzung für einen Umbau ist in aller Regel eine dauerhafte (!) körperliche oder geistige Einschränkung. Die kann den Mieter selbst betreffen, aber auch eine Person, die in seinem Haushalt lebt.

Heikler wird die Sachlage in aller Regel, wenn nicht allein eine ebenerdige Dusche oder verbreiterte Türen in der Wohnung selbst angestrebt werden. Denn Rampen oder andere Vorrichtungen im Treppenhaus kann sich ein Vermieter, etwa dann, wenn Sicherheitsbedenken vorgetragen werden, schon viel eher verschließen. Übrigens darf der Immobilienbesitzer bei den Umbauten jederzeit mitreden oder Auflagen in puncto Farbe (gerade in den Sanitärräumen ein Thema) und Material machen. Die Umgestaltung kann damit aufwendig und teuer werden und wird nicht zwangsläufig durch die Zuschüsse der Pflegekasse oder des Sozialamtes gedeckt sein.

Eine finanzielle Beteiligung des Hausbesitzers ist nämlich keinesfalls gegeben. Ganz im Gegenteil: Kommt es, in Folge des Baulärms, zu Mietminderungen durch Nachbarn, kann und wird der Immobilienbesitzer diese vermutlich beim Verursacher einfordern. Im Umkehrschluss besteht jedoch die Möglichkeit, dass der Vermieter bei einem Auszug eine Abstandszahlung auf Baumaßnahmen wie eine ebenerdige Dusche leistet. Jedenfalls, so lange diese die Optik nicht beeinträchtigen und statt dessen den Wert seiner Immobilie steigern.

In den eigenen Wänden ist alles leichter:Dennoch zeigen diese Überlegungen bereits, dass gerade beim nachträglichen Umbau von Mietobjekten durchaus Streitpotential gegeben ist. Auch vor diesem Hintergrund sind die eigenen vier Wände als Absicherung für den Ruhestand nach wie vor wärmstens zu empfehlen. Denn im eigenen Haus sind Betroffene in der Wahl geeigneter technischer Hilfsmittel weitgehend frei. Dann können selbst Treppenlifte ohne vorherige Nachfragen und Verhandlungen installiert werden. Tatsächlich müssen eine Wohnung oder ein Haus, in dem eine behinderte Person lebt oder gepflegt wird, nicht zwangsläufig ebenerdig sein. Hauptziel ist, das Wohnumfeld so zu gestalten, dass der oder die Behinderte selbstbestimmt leben kann. Der Begriff „barrierefrei“ bedeutet damit nicht zwangsläufig „Erdgeschoss“.

Was sagt die Eigentümergemeinschaft?

Da dieses selbstbestimmte Leben, wie gesagt, politisch gewollt und auch gesetzlich geregelt ist, müssen zum Beispiel Miteigentümer in Eigentumswohnanlagen den Umbauwünschen eines Behinderten bezüglich eines barrierefreien Zugangs zur Eigentumswohnung in aller Regel zustimmen. Ebenso muss heute bei Neu- oder Umbauten öffentlicher Gebäude an eine Barrierefreiheit gedacht werden. In Sachen Reise & Tourismus steckt das Thema dagegen noch in den Kinderschuhen. Allerdings gibt es heute durchaus Ferienregionen, die mit ihren behinderten- bzw. rollstuhlgerechten Wanderwegen werben!

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