Vorsicht: Beliebte Medikamente mit unterschätzten Nebenwirkungen

Experten befürchten, dass der Missbrauch von Medikamenten in Deutschland ein wachsendes Problem ist. Vor allem bei jüngeren Menschen scheinen aufputschende Mittel gang und gebe, während bei Senioren der übermäßige Einsatz von Schlaf- und Beruhigungsmitteln zur Gefahr wird …

Die Allgemeine Hospital Gesellschaft geht davon aus (http://www.ahg.de/AHG/Indikationen/Abhaengigkeitserkrankungen/Medikamentenabhaengigkeit/), dass rund 1,9 Millionen Menschen in Deutschland ihren Medikamentengebrauch nicht mehr im Griff haben. Eine Sucht, über die auch die Gewerkschaft der Polizei zunehmend besorgt ist.

Nimmt der Medikamentenmissbrauch zu?

Die sieht (http://www.polizei-dein-partner.de/themen/sucht/medikamente/detailansicht-medikamente/artikel/medikamentenmissbrauch.html) vor allem bei Sportlern einen fatalen Trend, da hier nicht allein Präparate, die den Muskelaufbau fördern sollen, sondern auch Schmerzmittel scheinbar wahllos geschluckt werden.
Ein Problem, das längst auch den Breitensport erreicht hat. Dabei sollte doch hinlänglich bekannt sein, dass ein Training mit Verletzungen kontraproduktiv ist. Mehr noch: Wer seine Schmerzen mit Medikamenten dämpft und dennoch Sport treibt, bringt seinen Organismus in Gefahr. Denn nur weil ein Mittel rezeptfrei ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass keinerlei Nebenwirkungen bekannt sind.

Daher warnt die Bundesvereinigung der Apothekerverbände (ABDA) bereits seit Jahren davor, Schmerzmittel unkritisch zu konsumieren. Tatsächlich können durch einen hohen Konsum von Schmerzmitteln sogar Kopfschmerzen ausgelöst werden.

Frag‘ Deinen Arzt oder Apotheker!

Auch rezeptfrei erhältliche Schmerztabletten sollten daher ausschließlich nach Absprache mit dem Arzt oder nach der Beratung durch einen Apotheker konsumiert werden. Denn auch bei rezeptfrei erhältlichen Wirkstoffen sind Nebenwirkungen und Gegenanzeigen zu beachten. „Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Diclofenac können Magen und Darm schädigen. Paracetamol ist auch in einigen Kombinationsmitteln gegen Erkältungen enthalten, so dass es bei gleichzeitiger Einnahme verschiedener Arzneimittel zu einer unbeabsichtigten Überdosierung mit Leberschäden kommen kann“, warnt die ABDA.

Nicht umsonst unterliegen Schmerzmittel hierzulande der Apothekenpflicht. Deren Kompetenz sollte also bei einem Beratungsgespräch genutzt werden.

Schlafmittel & Co.

Experten beklagen, dass gerade bei älteren Menschen aber auch der Einsatz von Schlaf- und Beruhigungsmitteln populär ist. Hier gelten pflanzliche Mittel, oftmals auf Baldrianbasis (oder auch bestehend aus einer Kombination aus Baldrian, Hopfen und Johanniskraut), als relativ gut verträglich. Allerdings können auch hier Aufmerksamkeit und Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt sein.
Zudem kann Johanniskraut, das wissen übrigens auch Reiter und Landwirte, die Gefahr für einen Sonnenbrand erhöhen. Besonders hellhäutige Menschen sollten also auf der Hut sein.
Auch allergische Reaktionen mit Juckreiz und Hautschwellungen oder Magen-Darm-Beschwerden werden als Nebenwirkung beschrieben. Nicht zuletzt könnten Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten auftreten; eine Einnahme ohne Rücksprache mit dem Hausarzt ist also auch bei vermeintlich harmlosen Pflanzenarzneien nicht zu empfehlen!

Brauchen wir die Stimmungsaufheller wirklich?

Der Stern sprach (http://www.stern.de/gesundheit/johanniskraut-stimmungsaufheller-mit-nebenwirkungen-3325664.html) daher schon einmal von einem “Stimmungsaufheller mit Nebenwirkungen“, auch wenn das Suchtpotential bei pflanzlichen Beruhigungsmitteln eher gering ist.

Allerdings könnten viele Stimmungsschwankungen auch ganz natürlich, durch mehr Sport und Bewegung an der frischen Luft, kuriert werden. Das gilt vor allem für die so genannte Winterdepression, die vornehmlich durch den Lichtmangel der kälteren Jahreszeit ausgelöst wird.

Die Last mit der Lust

Tatsächlich gibt es viele Medikamente, deren Nebenwirkungen fatal sein können. Manche, die wir benötigen, andere, von denen wir glauben, dass wir sie brauchen. Etwa zur Luststeigerung, wobei dann gerade Viagra & Co. häufig auch noch über dosiert werden.

Dabei empfiehlt auch der Hersteller, das Mittel höchstens einmal täglich zu konsumieren. Vor allem dann, wenn Leberfunktionsstörungen oder eine Leistungsschwäche der Nieren bekannt ist. Doch immer noch viel zu viele Betroffene scheinen nach dem Motto „Viel hilft viel“ zu agieren. Dabei kann so keine bessere Wirksamkeit (!) erreicht werden.
Ganz im Gegenteil – die Nebenwirkungen steigen.

Risiken der modernen Absatzwege

Natürlich ist es so, dass auch bei Herzmedikamenten, Blutdruckpräparaten oder Mitteln gegen Rheuma Nebenwirkungen und Risiken bekannt ist. Hier wird der behandelnde Arzt daher Nutzen gegen Risiko abwägen und danach die für den jeweiligen Patienten geeignete Therapie finden.

Der Zoll und andere zuständige Behörden warnen indes vor Pillen, die – via Internet – zu Dumpingpreisen aus dem Ausland bestellt werden. Denn einmal davon abgesehen, dass dies womöglich illegal ist, können hier Zusammensetzungen und Wirkstoffgehalt variieren. Der kann zu hoch oder zu niedrig sein oder auch gänzlich fehlen.

Sogar Schad- und Abfallstoffe sind schon in vermeintlichen Wunderpillen und Schnäppchen-Arzneien entdeckt worden. Das Bundeskriminalamt sieht in Arzneimittelfälschungen daher ein wachsendes Problem. Laut Experten kann aber auch die Abgabe korrekter, jedoch verschreibungspflichtiger Medikamente ohne Rezept – im weltweiten Versandhandel offenbar keine Seltenheit – zu einem großen gesundheitlichen Problem werden!

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