Wechseljahre: Tipps für Sport und Ernährung

Lange Jahre schienen die Wechseljahre ein typisch weibliches Problem zu sein. Erst neuere Forschungen ergaben, dass auch Männer mit der nachlassenden Hormonproduktion ein Problem haben.

Immerhin scheinen 10 bis 12 Prozent aller Männer betroffen.

Produktion von Sexualhormonen nimmt ab!

Tatsächlich zeigt sich bei den meisten Männern die Produktion des Sexualhormons Testosteron ab Mitte 50 rückläufig. Dadurch werden dann nicht nur Erektionsfähigkeit und sexuelles Verlangen gebremst. Vielmehr beobachten Mediziner, dass manche Männer nun, auf dem Höhepunkt ihrer Midlife Crisis, zudem ein psychisches Problem haben. Das kann von einer Antriebslosigkeit bis hin zu einer „ausgewachsenen“ Depression gehen.

Wenn die Monatsblutung plötzlich ausbleibt?

Dennoch scheinen Frauen hier wesentlich sensibler und deutlich stärker als Männer zu leiden. In der Tat stellt das so genannte Klimakterium, also die hormonelle Umstellung im Zeitraum vor und nach der letzten Monatsblutung, ein einschneidender Prozess im weiblichen Organismus dar. Eine Phase, die bei vielen Betroffenen mit Hitzewallungen und Schlafstörungen einhergeht. Dabei sind die Beeinträchtigungen, aber auch der Zeitpunkt der letzten Monatsblutung, individuell verschieden. Meist wird die Menopause (= letzte Periode) Anfang oder Mitte 50 beobachtet.
Andere Frauen treten bereits mit 45 Jahren in diese neue Lebensphase ein.

Verhütung ade?

Dabei dauert es seine Zeit, bis sich der Körper auf die neue hormonelle Situation einstellt. Übrigens kann eine Frau auch während der Wechseljahre noch schwanger werden. Ist kein Kinderwunsch gegeben, sollte daher bis zum endgültigen Ausbleiben der Regelblutung an eine Verhütung gedacht werden.

Schweißausbruch & Co.

Als typische Beschwerden gelten Schweißausbrüche, die unterschiedlich stark erlebt werden. Da die, beim Genuss von Alkohol oder Kaffee, eher zunehmen, sollte der Konsum derartiger Getränke reduziert werden.
Freilich stellen auch Stimmungsschwankungen und Schwindelgefühl keine Seltenheit dar. Insofern müssen Betroffene und Angehörige den Blutdruck im Blick haben.

Praktische Tipps

Hilfreich sind natürlich auch ein Handtuch und trockene Unterwäsche. Zumal in jenen Situationen (Stress), in denen eine Hitzewallung nahezu „programmiert“ ist. Frauen, die sich nach dem „Zwiebelprinzip“ kleiden, können sich weitere Erleichterung verschaffen, wenn unvermittelt der Schweiß fließt.

Auf die Ernährung kommt es an

Zudem können Ernährung und Sport die Wechseljahre positiv beeinflussen. Experten empfehlen reichlich Obst und Gemüse, wohingegen der Fleischkonsum nun besser eingeschränkt wird.
Tatsächlich scheint es so, dass Frauen, die schon länger vegetarisch gelebt haben, mit den Wechseljahren ein geringeres Problem haben.

Sport und Bewegung tun nun gut

Übrigens wäre es kontraproduktiv, wenn – aus Sorge vor dem nächsten Schweißausbruch – nun die Flüssigkeitszufuhr reduziert würde. Ganz im Gegenteil: Experten empfehlen mindestens zwei Liter Flüssigkeit, die über den Tag verteilt werden. Bevorzugt in Form von Mineralwasser, verdünntem Fruchtsaft oder Kräutertee, da Tee, Kaffee oder Alkohol (siehe oben) die Symptome eher verstärken. Auch Bewegung kurbelt den Stoffwechsel an und kann Betroffenen nur gut tun. Zwar ist es gut, wenn Frau nun an der frischen Luft unterwegs ist. Doch auch Schwimmen, Gymnastik oder Hanteltraining (natürlich nur in Maßen) sind sehr zu empfehlen.
Letzten Endes geht es darum, dass Sport und Bewegung Spaß machen. Warum also sollte nicht gerade jetzt, in den Wechseljahren, der lang geplante Bauchtanzkurs belegt und damit die eigene Weiblichkeit neu definiert werden?

Sich selbst annehmen

Letzten Endes geht es nämlich darum, dass man(n), bzw. Frau, sich mit den veränderten körperlichen Vorzeichen annimmt. Auch mittels Yoga können Betroffene daher eine neue Balance finden.
Zudem gibt es probate, teils pflanzliche Mittel, mit denen Schlafstörungen, innere Unruhe und Nervosität bekämpft werden. Im Zweifel darf also das Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten nicht gescheut werden. Denn auch die Auswirkungen auf die Partnerschaft können enorm sein. Zumal dann, wenn beide Partner betroffen sind und ihr neues „Ich“ suchen.

Ängste eingestehen und auch mal darüber reden

Tatsächlich scheinen gerade die Wechseljahre mit Ängsten und Selbstzweifeln verknüpft. Vor allem Männer hinterfragen sich selbst und ihr Leben (und fürchten, etwas verpasst zu haben). Zudem haben viele Angst, dass es mit der Sexualität nun endgültig bergab geht. Insofern sollte gerade jetzt die Zeit für Zärtlichkeiten nicht zu kurz kommen.
Die eigenen Sorgen zu verdrängen, macht dagegen wenig Sinn!

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